echt evangelisch borghorst

Rückblicke Veranstaltungen des Ev. Sozialseminares und des Kath Bildungswerkes

Messiah/Messias-Oratorium von Georg Friedrich Händel

Einen musikalischen Leckerbissen mit hochinteressanten Informationen zu Georg Friedrich Händel, seinem Leben und Werk sowie speziell zum Oratorium „Messias“ bot Ralf Junghöfer zusammen mit Sängerinnen und Sängern des Laerer Madrigalchores den Besucherinnen und Besuchern des Vortragsabends von katholischem Bildungswerk und evangelischem Sozialseminar. Spannend und auch unterhaltsam stellte Ralf Junghöfer zunächst den genialen Musiker Georg Friedrich Händel vor, der 1685 in Halle/Saale geboren wurde und dessen musikalische Begabung früh auffiel und gefördert wurde, so dass er schon mit 16 Jahren weit über die Grenzen des Herzogtums Magdeburg bekannt war. Daher spielte er schon mit 18 Jahren in Hamburg im Orchester der Oper am Gänsemarkt, dem ersten städtisch-bürgerlichen Opernhaus im deutschen Sprachraum. Ab dem 21. Lebensjahr folgten vier sehr erfolgreiche Jahre in Italien, wo er mit Aufführungen italienischer Opern die illustre Gesellschaft begeisterte.
Danach wurde er Hofkapellmeister in Hannover, von wo aus er bald auch London „eroberte“. Zunächst komponierte er auch dort italienische Opern, wurde dann aber mit der neuen „Gattung“ Oratorium, vor allem wegen der Chorsätze in englischer Sprache, noch mehr gefeiert.
Dabei zeichnete er sich durch eine sehr große Schaffenskraft aus: Insgesamt schrieb Händel 42 Opern und 25 Oratorien, Stücke von 2 bis 3 Stunden Dauer, unvorstellbar! Dies werde noch deutlicher, so Junghöfer, wenn man bedenkt, dass er den „Messias“ in knapp drei(!) Wochen komponiert habe.
Im zweiten Teil des Abends legte er dar, warum das Libretto (Text des Oratoriums) für den „Messias“ von Charles Jennens fast ausschließlich aus Zitaten aus dem Alten und Neuen Testament besteht. Die Uraufführung sei am 13. April 1742 in Dublin unter Händels Leitung enthusiastisch gefeiert worden, wobei insbesondere das Halleluja am Ende des 2. Teils König George II. so ergriff, dass er aufsprang und alle anderen es ihm nachtaten.
Mit seiner Komposition folgte Händel im Wesentlichen den strengen Regeln für Musik des Barockzeitalters, die vor allem der Ausdeutung des Textes durch die Musik dient, was Ralf Junghöfer dann mit Gesangsbeispielen mit dem Chor eindrucksvoll vorstellte und so den Zuhörern ermöglichte, die besondere kompositorische Kunst Händels nachzuvollziehen. Mit dem ersten Chorsatz des Oratoriums „Denn die Herrlichkeit Gottes, des Herrn“ ließ der Chor die Freude als Grundstimmung eindrucksvoll erklingen. Und noch spannender wurde es dann, als der Chor das „Halleluja“ in thematischen Abschnitten präsentierte und dadurch die musikalische Bebilderung des Textes deutlich wurde.
Herzlicher Applaus des Publikums erklang nach der dann folgenden Darbietung des vollständigen Chorsatzes, die Lust auf die Aufführung des Oratoriums am Pfingstmontag, 10. Juni in Laer erweckte, nach dieser gelungenen Einführung mit neuem Verständnis.

Jutta Janßen

Messias

Messias1  

Messias2

   

        "Hilfe für Menschen"

Aja. Außerordentlich informativ war der gut besuchte Vortrags- und Gesprächsabend mit dem Thema „Hilfen für Menschen“ von evangelischem Sozialseminar und katholischem Bildungswerk. Christiane Nitz von der  Domus Caritas Steinfurt, unterstützt von Ulrike Fleige von der Caritas Sozialstation Horstmar, stellte das vielfältige Angebot von Hilfen, Dienstleistungen und Beratungsangeboten für ein selbstbestimmtes Leben im Alter und bei unvorhersehbaren Ereignissen  vor.

Ausführlich erläuterte sie die Leistungen aus der Pflegeversicherung für den ambulanten Bereich entsprechend der neuen fünfstufigen Pflegegrade von Grundpflege über Behandlungspflege, Betreuung zu Hause, Haushaltshilfen, Demenzbetreuung bis zur Palliativpflege. Angeboten werde zudem eine Beratung der Betroffenen und deren Angehörigen auch zu Hause einschließlich bezüglich eventuell notwendigen Umgestaltungen des Wohnbereiches, um u. a. Stürzen vorzubeugen. Dabei betonte sie auch, dass ein Hausnotruf zur Sicherheit beitrage.

Beratende Hilfen würden auch geboten bei der Beantragung von Hilfsmitteln und vor allem auch bei der Beantragung von Pflegegraden und der Vorbereitung des Besuches des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen.

Außerdem erläuterte sie die Leistungen der ambulanten, teil- und vollstationären unterstützenden Einrichtungen in Horstmar vor, wie der Wilmas in Leer, dem Betreuten Wohnen und dem St. Gertrudis Haus in Horstmar und wies auf die Planungen für Senioren-Tagespflege und seniorengerechte Wohnungen hin, die an der Münsterstraße auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels Crins in Kürze entstehen.

Ferner stellte sie die gute Vernetzung mit den Ärzten und den Apotheken vor Ort sowie der ambulanten Hospizinitiative vor und erläuterte auch die Leistungen der Sozialberatung der Diakonie im evangelischen Gemeindezentrum durch Gudrun Janßen an jedem 1. Donnerstag im Monat von 14:30 bis 15:30 Uhr.

Schließlich ermunterte sie, sich über das Angebot auch schon frühzeitig zu informieren. „Schauen sie doch einmal unverbindlich in die Geschäftsstelle an der Münsterstraße rein!“      aushaltshilfen

 

Janßen, Horstmar

Sozialsem 03-2019   Sozialsem . 03-2019  

  "Wie handelt Gott?"

Aja. Bevor Prof. Dr. Michael Beintker beim Vortrags- und Gesprächsabends von evangelischem Sozialseminar und katholischem Bildungswerk über das Thema „Wie handelt Gott?“ den Film „Ein Zug nach Manhattan“ mit Heinz Rühmann (1981)vorführte, erläuterte er der großen Teilnehmerrunde, was in der Bibel über das Handeln Gottes berichtet wird. Dabei stellte er dafür das „Magnifikat“ heraus, betonte aber auch, dass in den Psalmen Lob, Dank aber auch Klage über Gottes Handeln zu lesen ist. Und er machte deutlich, dass unsere Vorstellungen über das Handeln nicht auf Gott übertragbar seien. Andererseits könne Gott sich des Handels von Menschen bedienen. Und hierfür war dann der fast einstündige Film „Ein Zug nach Manhattan“ ein Beispiel. Indem Film hat eine Kantor einer kleinen jüdischen Gemeinde in einem Vorort von New York seinen Glauben an Gott verloren, denn es gibt nichts Erfreuliches mehr auf der Welt. Nur Unterdrückung, Mord, Korruption, Hungersnöte und Kriege. Daher wird er nach Manhattan zum berühmten Rabbi Markus geschickt. Rosen erklärt ihm mehrmals die genaue Route, wo er umsteigen und in welchen Zug er einsteigen müsse. Leider wird er vom Stationsvorsteher in den falschen Zug, nämlich den nach Brooklyn gesetzt. Eigentümlicher Weise sieht er dort nur eine Passagierin, und die versucht auch noch, sich aus dem fahrenden Zug zu stürzen. Er kann sie davon abhalten und beruhigen. Danach begleitet er sie noch in ihre dunkle Wohnung und erfährt, dass ihre Familie, Mann und zwei Kinder, an dem 22. Dezember 1942 deportiert wurden. Im zweiten Versuch, nach Manhattan zu fahren, setzt ihn der Stationsvorsteher wieder in den falschen Zug. Dort trifft er einen Mann, der ebenfalls das Datum 22. Dezember 1942 nicht vergessen kann, denn damals wurden seine Frau und seine beiden Kinder nach Auschwitz abtransportiert. Dem Kantor gelingt es dann, diese beiden Menschen, jeweils totgeglaubt, am Telefon wieder zueinander zu bringen!

Zufall oder Gottes Handeln durch Menschen?

Das anschließende intensive Gespräch kreiste darum, wie wir die Unbegreiflichkeit Gottes akzeptieren können, für die unsere Begriffe und Vorstellungen doch viel zu klein sind. Andererseits offenbart die Bibel gläubigen Menschen einen lebendigen Gott, mit dem man sprechen kann, mit dem man Zweifel durchleiden kann, dem man vertrauen kann. Dadurch erfährt man Ermutigung und Kraft, den Alltag zu bestehen und auch in schwierigen Situationen den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren.

Janßen, Horstmar Foto Ev. Sozialseminar  

      Kohärenz - Körper und Geist wieder in ein stimmiges Verhältnis bringen.

Aja. Zum Thema „Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen“ war eine große interessierte Zuhörerrunde beim Vortrags- und Gesprächsabend von evangelischem Sozialseminar und katholischem Bildungswerk im Pfarrzentrum Borchorster Hof zusammen gekommen. Aus seinen vielfältigen Erfahrungen als Hausarzt, Internist, Homöopath, Begleiter geistl. Übungen referierte Dr. Wilhelm Spelsberg, ergänzt von Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling, Beauftragte des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken für Spiritualität, über die Folgen von Stress und deren Bewältigung. In den 1990er Jahre sei vor allem durch den Kardiologen Herbert Benson, ehemals Direktor des Benson-Henry Institute für Mind Body Medicine der Harvard Medical School in Boston der enge Zusammenhang zwischen Körper und Geist-Seele und der physiologisch messbare Effekt durch Entspannungspraktiken zur Stressbewältigung entdeckt worden.

Ausführlich erläuterte Dr. Spelsberg die Wirkungsweise der verschiedenen Meditationspraktiken, die zur einer Beruhigung des Körpers, seiner Entspannung und dadurch zu einer Synchronisation von Herz- und Atemfrequenz beitragen an Hand von Beispielen. Er wies darauf hin, dass alles, was wir tun, in uns Spuren hinterlässt und wir darauf abzielen sollten, einen friedlichen Umgang mit uns selbst und anderen zu pflegen. Liebe und Achtsamkeit in all ihren Formen sei der Schlüsselfaktor für unsere Gesundheit, denn die damit verbundenen Gefühle regulieren das Stresssystem unseres Körpers und somit sein Gleichgewicht. Die Beeinflussung vieler Körperfunktionen durch Kopf und Herz, also die direkte Wirkung von Gefühlen, Gedanken, Einstellungen, sozialen und spirituellen Aspekten und Verhaltensfaktoren auf die Gesundheit in den Fokus der Medizin gerückt worden. Die sogenannte Mind-Body Medizin (MBM) unterstütze den Menschen darin die Fähigkeit zur Selbstfürsorge zu entwickeln und/oder zu erhalten.

Mit dem Wunsch, achten Sie gut auf sich und die anderen, beschloss Dr. Spelsberg den sehr informativen und zum Nachdenken anregenden Abend.

Janßen, Horstmar

Das biblische Buch Ruth

  Außerordentlich interessant war der Vortrags- und Gesprächsabend von evangelischem Sozialseminar und katholischem Bildungswerk über das biblische Buch Ruth. Entlang des kurzen Textes erläuterte Prof. Dr. Michael Beintker den vielschichtigen Hintergrund der Situation, in die die Moabiterin Ruth kommt, als sie nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer verwitweten Schwiegermutter in deren ursprüngliche Heimat Israel kommt. Sie kann nur durch Ährensammeln hinter den Schnittern für sich und ihre Schwiegermutter Nahrung beschaffen. Dabei entwickelt sich zwischen ihr und dem wohlhabenden Großbauern eine Liebesbeziehung, in der die beiden Frauen aus ihrer Not und Heimatlosigkeit erlöst und ihre soziale Absicherung durch die sog. Leviratsehe nach orientalischer Rechtsvorstellung erfolgt.

Deutlich machte Prof. Beintker dabei, dass es sich hier um eine Geschichte von initiativ handelnden Frauen im patriarchalischen Umfeld handelt, wobei das Problem der Exiljuden, die Fremde heiraten, und die Ausländerproblematik bei der Rückkehr ins ehemalige Heimatland thematisiert wird. Er wies auch auf die messianischen Grundideen, wie das Handeln eines Lösers, Auslösers, Erlösers hin und zeigte auf, das in dem Buch Ruth als Stammmutter Davids ausgewiesen wird.

Janßen, Horstmar

Bild, Vortrag Buch Ruth Dez 2018      

In der Seele heilbleiben - trotz körperlicher Erkrankungen oder Verlusten

Körperliche Erkrankungen bedingen seelische Schmerzen, aber auch seelische Erkrankungen, z. B. Depression, führen zu körperlichen Erkrankungen, dies machte Psychotherapeutin Dr. med. Esther Sühling deutlich beim Vortrags- und Gesprächsabend des evangelischen Sozialseminars und des katholischen Bildungswerks mit dem Thema „In der Seele heilbleiben - trotz körperlicher Erkrankung oder Verlusten“. Das eigentlich geplante Zwiegespräch mit Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling musste allerdings ausfallen, da sie kurzfristig erkrankt war.

Einleitend erläuterte Dr. Esther Sühling, was eigentlich eine Krankheit ist, nämlich ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlich behandelt werden muss. Kranksein sei nicht gleichbedeutend mit „sich krank fühlen“, denn man kann sich schlecht fühlen, ohne körperlich krank zu sein. Andererseits gelte die WHO-Definition: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“. Daher gehöre laut WHO die Spiritualität zu den Grundbedürfnissen schwerkranker Menschen.

Wichtig sei, so Dr. Esther Sühling, zu akzeptieren, dass Krankheit zum Leben gehöre, etwas Normales sei und man mit dem zufrieden sein solle, was noch geht. Verhängnisvoll seien frühere „Glaubenssätze“ wie man habe zu wenig auf sich geachtet und sei darum selbst schuld, man habe zu egoistisch gelebt und noch viel schlimmer – allerdings heute nur noch selten zu hören – die Krankheit sei eine Strafe Gottes.

Für die Zuhörerrinnen sehr wertvoll war dieser Abend, weil es weniger ein reiner Vortrag war, sondern man eigene „Erfahrungen“ mit einbringen konnte, es also mehr eine Gesprächsrunde war, bei der es manche Denkanstöße gab, wie man mit Krankheit leben und sie akzeptieren kann.

  Janßen, Horstmar  

 

Reformation in England - kirchliches Leben in England

Für Englandbesucher vieles erklärend, für Nichtenglandkenner viel Interessantes berichtete Pfarrer Holger Erdmann beim Vortrags- und Gesprächsabend des evangelischen Sozialseminars und des katholischem Bildungswerks mit dem Thema „Reformation in England - kirchliches Leben in England“. Zunächst stellte er die verschiedenen Stufen der anglikanischen Reformation im 16. Jahrhundert vor beginnend mit der Loslösung der anglikanischen Kirche vom Papst durch König Heinrich VIII., der wegen des Fehlens eines Thronfolgers seine Ehe geschieden haben wollte. Nach der Scheidung durch ein Kirchengericht 1533, worauf der Papst ihn aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschließt, lässt Heinrich VIII. vom Parlament beschließen, dass der König zum Oberhaupt der Kirche von England erhoben wird. Daraufhin lässt er die Klöster auflösen, verfügt dass jede Gemeinde eine Bibel in englischer Sprache anschaffen muss, bleibt aber sonst dem Katholizismus eng verbunden.

Der Nachfolger Eduard VI. führt dann die reformierte Theologie ein mit einer neuen Gottesdienstordnung unter Abschaffung der katholischen Messe. Unter Maria I. gibt es eine Rückkehr zum Katholizismus. Schließlich wird unter Elisabeth I. die heute noch bestehende Anglikanische Staatskirche errichtet, bei der nicht völlig mit der katholischen Tradition gebrochen wird, so dass Elisabeth I. einen Ausgleich zwischen protestantischen und katholischen Bestandteilen des Kirchenlebens schafft. Und diese erlebt man beim Besuch eines anglikanischen Gottesdienstes.

Im zweiten Teil stellte Pfarrer Holger Erdmann das aktuelle kirchliche Leben in Großbritannien vor in Verbindung mit der Frage, was davon für unsere kirchliche Praxis in Gegenwart und Zukunft interessant und relevant ist. Das seien vor allem Aktivitäten, die Menschen neu in Kontakt mit dem christlichen Glauben zu bringen. Und die dabei entwickelten „Prozesse“ habe man jüngst auch bei uns eingeleitet, z. B. mit Gottesdiensten unter dem Motto „Ich bin da – Du auch?“, den Kreuzweise-Aktivitäten oder der Erarbeitung einer ökumenischen Vision von „Kirche mit Zukunft“ mit den Themen Tradition, Seelsorge und Service.

   

Janßen, Horstmar